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Test zur Selbsteinschätzung Innere Antreiber

In Lern- und Arbeitsprozessen spielen neben thematisch-rationellen Verhaltensmustern vor allem persönliche Schemata eine große Rolle. Letztere lassen sich ohne die Offenheit des Kandidaten kaum und nur schwer direkt bearbeiten. Daher dient dieses Selbstreflexionsinstrument dazu, den Blick des Kandidaten auf markante Persönlichkeitszüge zu lenken. Aber auch Sie als Lernprozessbegleiter können prüfen, was sie antreibt.

Innere Antreiber und typische Verhaltensweisen

Innere Antreiber sind Botschaften und markante Züge, die unsere Entscheidungen und Verhaltensweisen häufig unbewusst beeinflussen. Entstanden sind Sie zum großen Teil in unserer Kindheit unter dem Einfluss der elterlichen Erziehung oder starker Erziehungspersonen. Solche Botschaften sind z.T. stützend und geben Sicherheit, sie können jedoch auch einengend und belastend wirken, insbesondere wenn sie überbetont sind, da sie von der unbewussten Grundannahme ausgehen: "Ich bin nur dann o.k. / in Ordnung, wenn ich immer den Grundsatz befolge (also z.B. "ich bin nur in Ordnung, wenn ich perfekt bin").
Jeder Antreiber ist gekennzeichnet durch eine Abwertung auf der psychologischen Ebene (siehe Klammern) sowie typische Kombination von Äußerungsformen (Wortwahl, Sprechweise, Gesten, Körperhaltung, Gesichtsausdruck).

Den Antreibern stehen die Erlauber gegenüber, die wie Lizenzen wirken: man darf, muss aber nicht.


Dieser Test soll Ihnen helfen herauszufinden, was für innere Bilder und Vorstellungen Sie antreibt und dadurch Ihr Verhalten bestimmt.

Sind Sie jemand der sich von eine innere Aufforderung „Sei perfekt!“ oder „Mach schnell!“ antreiben lässt oder doch eher durch „Sei stark!“.


Neugierig? Probieren Sie es einfach aus!

Hier geht es zum Test als PDF zum Download!


Innere Antreiber:

Sei perfekt!

Mach schnell!

Streng dich an!

Mach es allen recht!

Sei stark!

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Sei perfekt!
„Ich muss es noch besser machen, ich bin nicht gut genug.”
Menschen mit diesem Antreiber stehen unter dem Druck, alles gründlich zu machen. Sie versuchen ihre Aufgaben überzuerfüllen und bemühen sich in jedem Fall um Perfektion, ohne Rücksicht auf Zeitaufwand und Kosten. Sie befürchten ständig, nicht akzeptiert zu sein, wenn sie nicht genau und gründlich sind. Über eine fehlerfreie Leistung erhoffen sie sich die Anerkennung, nach der sie sich sehnen. Von sich (und anderen) verlangen sie Perfektion, Vollkommenheit, Gründlichkeit, Vorbildfunktion, Präzision und Übererfüllung von Aufgaben / Zielen.







Mögliche Hinweise:
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gehen gerne ins Detail, sagen mehr als gefragt ist, erklären "haarklein" und genau
verwenden häufig Einschübe, die keine neuen Informationen enthalten, z.B. "wie gesagt, sozusagen, wahrscheinlich, total"
zählen gerne auf (1., 2., 3., a, b, c), oft auch durch Gestik unterstrichen
Sprechweise: verhalten, ausgeglichen, "erwachsen"
ordentliche Leistungen sind normal, aber wehe, es ist mal nicht perfekt – fehlerlos ist der Anspruch und das Maß, nach dem gemessen wird
auch wenn eine Leistung ordentlich ist, wird an Kleinigkeiten gemäkelt (bei sich und anderen)
streng, fordernd, unerbittlich, unnachgiebig (mit sich und anderen)

Menschen mit diesem inneren Antreiber tendieren dazu
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Anerkennung und Respekt durch Kenntnisse und Kontrolle von Dingen und Menschen erreichen zu wollen
Scham über Unvollkommenheit, Fehler und Inkompetenz zu vermeiden

Dieser Antreiber birgt folgende Gefahren:
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lange Arbeitszeiten, schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis
perfektionistische Ansprüche an Kollegen/ Mitarbeiter
überzogene Kritik, "Negativ-Brille", positives ist selbstverständlich

Ihm stehen folgende möglichen Erlauber gegenüber:
„90% an einem Tag ist besser als 100% an drei“
„du bist gut genug wie du bist“, „ich darf Fehler machen und aus ihnen lernen“
„ich muss nicht alles wissen“, „auch andere haben Schwächen“


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Mach schnell!
„Ich werde nie damit fertig werden.“
Wer diesen Antreiber stark ausgeprägt hat, ist nie richtig anwesend, wo er sich gerade befindet. Er ist völlig überlastet und voller Hektik, ruhiges und konzentriertes Arbeiten ist kaum möglich. Alles muss besonders schnell und sofort getan werden, möglichst mehrere Dinge gleichzeitig. Kennzeichnend sind Dynamik, Tempo, Arbeiten unter Zeitdruck und Stressresistenz.


Mögliche Hinweise:
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typische Worte: "mach schnell, rasch, eben mal, kurz, aus Zeitgründen..."
sprechen z.T. abgehackt und oft so schnell, dass Worte verschluckt oder verdreht werden
Schnelligkeit zeigt sich auch im Gehen
Gestik eher nervös, z.B. Fingertrommeln, mit dem Fuß wippen, unruhig auf dem Stuhl herumrücken, Blick auf die Uhr, Körperhaltung ist geprägt von ständiger Bewegung, Hast und Unruhe, Blickrichtung wechselt häufig
werden schnell ungeduldig, wenn etwas zu lange dauert

Menschen mit diesem inneren Antreiber tendieren dazu
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jede Form von Freude, Belohnung erreichen zu wollen
unter allen Umständen Verlust von Zeit, Freude, Zuwendung vermeiden zu wollen

Dieser Antreiber birgt folgende Gefahren:
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das Zuhören kommt zu kurz, denn man unterbricht andere; wichtige Informationen und Standpunkte gehen dadurch verloren
starke Lösungsorientierung, die Analyse kommt oft zu kurz
Details sind Sache der Anderen
Hang zur Kopflosigkeit
verbreitet Hektik und Unruhe

Ihm stehen folgende möglichen Erlauber gegenüber:
„nimm dir Zeit für dich“
„ich darf mir die Zeit nehmen, die ich brauche“
„ich darf Pausen machen“

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Streng dich an!

„Ich muss mich bemühen, wenn ich es auch nicht schaffe“

Der Betroffene zeichnet sich durch Pflichtbewusstsein, Fleiß und Einsatz aus. Quantität geht dabei vor Qualität. Erfolge, die nicht auf Anstrengungen basieren taugen nichts. Was leicht von der Hand geht ist verdächtig, - Von nichts kommt nichts, nichts fällt leicht. Daher bemüht sich der Betroffene ständig und erwartet dies auch von anderen. Wenn etwas nicht klappt, strengt er sich noch mehr an.
Ein entspanntes Genießen, auch nach Erfolgen, ist schwer möglich. Immer fühlt sich der Betroffene von ernsten Problemen, Schwierigkeiten oder Krisen bedroht. Er lebt in ständiger Angst, dass andere besser sein könnten. Er versucht, dem durch noch mehr Anstrengung entgegenzuwirken.

Mögliche Hinweise:
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beginnen Sätze, brechen ab und beginnt mit neuen oder anderen
typische Worte: "versuchen", „ich kann nicht, -weiß nicht" "wie bitte, was war das noch?"
angespannte Körperhaltung, z.B. geballte Fäuste, vorn auf dem Stuhl sitzen, leichtes Stirnrunzeln

Menschen mit diesem inneren Antreiber tendieren dazu
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Belohnung für das Versuchen schwieriger Dinge erreichen zu wollen
Niederlagen durch Kontrolle über andere und über Frustration vermeiden zu wollen

Dieser Antreiber birgt folgende Gefahren:
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immer den anstrengendsten Lösungsweg zu benutzen, Improvisation fällt Ihnen schwer
erwarten das gleiche Vorgehen auch von anderen
äußerste Anstrengung und Einsatz

Ihm stehen folgende möglichen Erlauber gegenüber:
„ich kann auch in der Arbeit Spaß haben“
„ich darf mich auch mal entspannen und Erfolge genießen“
„tu es einfach“ „trau dir was zu“


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Mach's allen recht!
„Ich muss alle zufrieden stellen.”
Menschen mit diesem Antreiber fühlen sich dafür verantwortlich, dass andere sich wohl fühlen, phantasieren jedoch häufig nur, was sich der andere eigentlich wünscht. Sie stellen ihre Bedürfnisse hinten an, richten sich danach, was andere erwarten und kommen dabei selber zu kurz. Sie möchten beliebt sein und haben nicht gelernt "nein" zu sagen. Gleichzeitig erwarten sie auch von anderen, dass sie Rücksicht auf sie nehmen, ohne dass sie ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche klar und deutlich aussprechen. Kennzeichnend für diesen Antreibertyp sind: Verantwortungsübernahme und Aufopferung (für andere), Verbindlichkeit, Bescheidenheit, Loyalität, Selbstlosigkeit.

Mögliche Hinweise:
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verwenden häufig die "Hoch-aber-Tief Satzstruktur, z.B. "ihr Vortrag war sehr gut, aber ich weiß nicht, ob ich das behalten kann"
sind begierig zu wissen, ob sie ihre Sache gut gemacht haben und alles in Ordnung ist. Dabei fügen sie oft Worte ein, um die Reaktion des anderen zu erkunden, z.B. "nicht wahr?", "Hmm"?
nicken häufig mit dem Kopf, Körperhaltung wirkt geduckt, viel Blickkontakt mit dem Gegenüber, bei geneigten Kopf und gehobener Augenbraue
Stimmlage ist oft hoch, etwas piepsig oder weinerlich, Stimme hebt sich am Satz(teil)ende

Menschen mit diesem inneren Antreiber tendieren dazu

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Menschen mit diesem inneren Antreiber tendieren dazu
Liebe und Wertschätzung von anderen erreichen zu wollen
Zurückweisung und Einsamkeit vermeiden zu wollen

Dieser Antreiber birgt folgende Gefahren:
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viele Überstunden, da man gut und gerne „fremde“ Aufgaben übernimmt
schwierig im Umgang, weil die anderen nicht wissen, was man will oder sich wünscht
konfliktscheu

Ihm stehen folgende möglichen Erlauber gegenüber:
„meine Bedürfnisse und Wünsche sind auch wichtig“
„gefall dir selbst“
„ich muss nicht bei allen beliebt sein“
„ich kann auch mal nein sagen“


: :
Sei stark!
„Sie dürfen nicht wissen, dass ich schwach, ratlos bin.“
Menschen dieses Antreibertyps haben gelernt, keine Zeichen der Schwäche oder Gefühle zu zeigen. Sie sind zurückhaltend, manchmal sogar stoisch. Sie verstehen es, sich zu beherrschen und vermitteln nach außen Haltung, Durchhalte- und Durchsetzungsvermögen, Härte und Heldentum ("Indianer kennen keinen Schmerz", "sei konsequent"). Aufgeben kommt für sie nicht in Frage. Es fällt ihnen schwer, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Mögliche Hinweise:
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sprechen nicht von sich selbst, sondern verwenden oft Worte wie man oder Ausdrücke, bei denen er zu sich selbst auf Distanz geht wie es, das, z.B. "solche Situationen bringen einen ganz schön unter Druck", "das freut einen dann ja doch"
lenken in Äußerungen von sich weg; Ursache für meine Gefühle und Handlungen liegt nicht bei mir, sondern beim anderen, z.B. "sie machen mich wütend", "das Buch langweilt mich"
eher unbewegte, monotone Sprechweise, im allgemeinen leise
sparsame Gestik, unlebendig, oft unbewegtes Gesicht und verschlossene Körperhaltung
trennen Privat und Beruf, nur engsten Vertrauenspersonen gegenüber äußern sie auch Gefühle

Menschen mit diesem inneren Antreiber tendieren dazu
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Sicherheit durch Bestimmtheit und Kontrolle von Emotionen erreichen zu wollen
Verwundbarkeit, Verletzbarkeit durch Anhängigkeit von anderen vermeiden zu wollen

Dieser Antreiber birgt folgende Gefahren:
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nicht um die Hilfe von anderen bitten
Aufgaben nicht zu delegieren
bekommen keine Hilfe angeboten, da sie ein „unerschütterliches“ Bild vermitteln
festbeißen an Aufgaben

Ihm stehen folgende möglichen Erlauber gegenüber:
„ich darf Gefühle zeigen und bin deshalb nicht schwach“
„sei offen und zeig dich“
„ich kann um Hilfe bitten und verliere nicht mein Gesicht“



© 2005,